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Mitarbeiterbefragung auswerten – was wirklich zählt

6. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die Befragung ist durch, das Umfragetool hat einen Bericht ausgespuckt, und darin stehen viele Balken. Zufriedenheit 3,8. Führung 3,4. Was daraus folgt, steht nirgends.

Genau da bleiben die meisten Mitarbeiterbefragungen stecken. Nicht am Erheben, sondern am Auswerten.


Warum der Gesamtmittelwert kaum etwas aussagt


Ein Wert von 3,4 auf einer fünfstufigen Skala kann bedeuten, dass alle mittelmäßig zufrieden sind. Er kann genauso bedeuten, dass die Hälfte begeistert und die andere Hälfte kurz vor der Kündigung steht. Diese beiden Lagen erfordern völlig verschiedene Maßnahmen und sehen im Balkendiagramm identisch aus.

Schau deshalb immer auf die Streuung und auf die Verteilung der Antworten. Ein Item mit hoher Standardabweichung ist interessanter als eines mit niedrigem Mittelwert – dort gibt es etwas zu verstehen.




Die drei Auswertungen, die tatsächlich etwas ergeben


Teilgruppen vergleichen. Nach Abteilung, Standort, Betriebszugehörigkeit oder Führungsebene. Die Unterschiede zwischen Bereichen sind fast immer aufschlussreicher als der Gesamtwert. Ob ein Unterschied belastbar ist oder Zufall, klärt ein Gruppenvergleich mit Effektstärke.

Treiber identifizieren. Welche Aspekte hängen am stärksten mit der Gesamtzufriedenheit oder der Bleibeabsicht zusammen? Eine Regression zeigt, wo Verbesserung tatsächlich Wirkung hätte. Häufig ist das nicht der Bereich mit dem schlechtesten Wert, sondern einer, der mittelmäßig bewertet wird und stark durchschlägt.

Zeitverlauf. Ab der zweiten Befragung wird es interessant. Eine einzelne Erhebung liefert einen Zustand, zwei liefern eine Richtung.



Anonymität ist keine Formalie


Wenn du eine Abteilung mit sechs Personen einzeln auswertest, ist die Anonymität faktisch aufgehoben. Das merken die Beschäftigten, und bei der nächsten Befragung sinkt entweder die Beteiligung oder die Ehrlichkeit.

Praktische Regel: Gruppen unter einer festgelegten Mindestgröße nicht separat ausweisen, sondern zusammenfassen. Diese Grenze wird vorab festgelegt und kommuniziert, nicht nachträglich.

Der Betriebsrat ist bei Mitarbeiterbefragungen in der Regel zu beteiligen, und je nach Ausgestaltung greifen datenschutzrechtliche Anforderungen. Das ist ein Punkt für eure Rechtsabteilung oder eine fachliche Beratung, nicht für uns.


Der häufigste Fehler kommt nach der Auswertung


Nicht die Analyse entscheidet über den Nutzen, sondern was danach passiert. Eine Befragung, deren Ergebnisse nie zurückgespiegelt werden, senkt die Bereitschaft zur nächsten Teilnahme spürbar.

Plan die Rückmeldung deshalb ein, bevor du erhebst: Wer bekommt wann welche Ergebnisse, und wer entscheidet über Maßnahmen?


Was wir übernehmen


Aufbereitung der Rohdaten, Teilgruppenvergleiche mit Signifikanz und Effektstärke, Treiberanalyse und eine Ergebnisdarstellung, die auch ohne Statistikkenntnisse lesbar ist. Auf Wunsch eine Präsentation für die Geschäftsführung.

Was wir außerdem machen: Fragebogenentwicklung und Stichprobenplanung, bevor erhoben wird. Das ist die Stelle, an der sich der größte Teil späterer Probleme vermeiden lässt – eine Skala, die nicht sauber misst, lässt sich nachträglich nicht reparieren.


Mehr zu unserem Angebot für Organisationen: Datenanalyse für Unternehmen.

 
 

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