APA-Tabellen erstellen: Aufbau, Beispiele und die häufigsten Fehler
Die Auswertung ist fertig, die Ergebnisse stehen und dann sitzt du vor der Frage, wie die Zahlen ordentlich in deine Arbeit kommen. Tabellen sind dabei der Teil des Ergebnisteils, den Betreuende als Erstes ansehen. Eine saubere Tabelle zeigt auf einen Blick, dass du sorgfältig gearbeitet hast. Eine unsaubere fällt genauso schnell auf. In diesem Beitrag erfährst du, wie eine Tabelle nach APA 7 aufgebaut ist, welche Tabellen in Abschlussarbeiten am häufigsten vorkommen und welche Fehler ich in der Praxis immer wieder sehe.
Tabelle oder Fließtext?
Nicht jedes Ergebnis braucht eine Tabelle. Wenige Kennwerte aus einer einzelnen Analyse berichtest du besser direkt im Text. Sobald du mehrere Analysen oder viele Kennwerte hast, wird der Text schnell unlesbar. Dann ist die Tabelle die bessere Wahl. Wichtig ist, dass Tabelle und Text sich nicht wiederholen. Wenn alle Kennwerte in der Tabelle stehen, fasst du im Text zusammen, statt jede Zahl erneut aufzuführen. Zum Beispiel: „Wie Tabelle 3 zeigt, wurden drei der vier Prädiktoren signifikant.“ Einzelne zentrale Werte, etwa den p-Wert deiner Hypothese, kannst du trotzdem nennen.
Der Grundaufbau einer Tabelle nach APA 7
Jede APA-Tabelle folgt demselben Schema:
Tabellennummer: fett gedruckt, über der Tabelle, zum Beispiel Tabelle 1
Titel: in der Zeile darunter, kursiv, kurz und beschreibend
Tabellenkopf: die Spaltenüberschriften, zentriert
Tabellenkörper: die Werte, in der Regel zentriert; die erste Spalte mit den Variablennamen linksbündig
Linien: nur waagerecht, und zwar über und unter dem Tabellenkopf sowie am Ende der Tabelle; keine senkrechten Linien
Anmerkung: unter der Tabelle, eingeleitet mit Anmerkung. in Kursivschrift
Statistische Symbole wie M, SD, r oder p stehen kursiv und zwar im Tabellenkopf genauso wie im Text. Fett gedruckt werden sie nicht.
Bei Werten, die nicht größer als 1 werden können, etwa Korrelationen oder p-Werten, entfällt die Null vor dem Komma: r= .34, nicht r = 0.34.
Die Tabellen, die in fast jeder Abschlussarbeit vorkommen
Deskriptive Statistik
Die deskriptive Tabelle ist die häufigste Tabelle überhaupt. Sie enthält für jede Variable mindestens Mittelwert und Standardabweichung, bei Bedarf auch Minimum, Maximum oder die Stichprobengröße pro Variable, wenn es fehlende Werte gibt.

Wenn du Gruppen vergleichst, etwa mit einem t-Test oder einer ANOVA, stellst du die deskriptiven Werte getrennt nach Gruppen dar. Das ist oft aussagekräftiger als die Ergebnistabelle der ANOVA selbst.
Voraussetzungsprüfung
Wenn du die Normalverteilung für mehrere Variablen oder Gruppen geprüft hast, lohnt sich eine eigene kleine Tabelle. APA gibt dafür kein festes Muster vor. Eine übersichtliche Form enthält die Variable, die Teststatistik, die Freiheitsgrade und den p-Wert, formatiert nach denselben Regeln wie alle anderen Tabellen.
Solche Tabellen gehören häufig in den Anhang, besonders wenn du viele Tests gerechnet hast. Wie du mit einem signifikanten Ergebnis umgehst, erfährst du im Beitrag zu den Voraussetzungen des t-Tests.
Korrelationstabelle
Korrelationen zwischen mehreren Variablen stellst du als Matrix dar, manchmal, wenn es sich anbietet, kombiniert mit Mittelwerten und Standardabweichungen. Wie das im Detail aussieht, zeige ich im Beitrag Korrelationstabelle nach APA 7 erstellen.
Regressionstabelle
Für Regressionen berichtest du pro Prädiktor in der Regel den unstandardisierten Koeffizienten b, den Standardfehler, den standardisierten Koeffizienten β, den t-Wert und den p-Wert, oft ergänzt um Konfidenzintervalle. Das Gesamtmodell mit R² und F-Test steht in der Anmerkung oder im Text. Eine ausführliche Anleitung findest du unter Regression nach APA 7 berichten.
ANOVA
Für die einfaktorielle ANOVA reicht oft der Fließtext, ergänzt um die deskriptive Tabelle nach Gruppen. Wie du die Ergebnisse formulierst, zeigt der Beitrag zur einfaktoriellen ANOVA im APA-Stil.
Abbildungen
Neben Tabellen kommen in Abschlussarbeiten vor allem Balkendiagramme und Boxplots vor. Für Abbildungen gelten dieselben Grundregeln: Nummer fett über der Abbildung, Titel kursiv darunter, bei Bedarf eine Anmerkung.
Tabellen aus SPSS: ein guter Ausgangspunkt, aber nicht fertig
SPSS bietet eine Tabellenvorlage im APA-Stil an unter --> [Bearbeiten > Optionen > Pivot-Tabellen.] Damit sehen die Ausgaben schon deutlich näher an APA aus. Vergleichst du sie aber mit den Beispieltabellen im APA-Handbuch, fallen Unterschiede auf. Ohne Nacharbeit sind sie nicht fertig.
So arbeite ich selbst: Ich exportiere die SPSS-Ausgabe nach Word und passe die Tabelle dort an, oder ich trage die Werte in eine vorbereitete Vorlage ein. Bei Auswertungen in R erstelle ich die Tabellen meist direkt in Word. Man kann sie in R auch programmieren, der Aufwand lohnt sich für eine einzelne Arbeit aber selten.
Was du nicht tun solltest: die SPSS-Ausgabe unverändert übernehmen oder sie als Screenshot einfügen. Beides fällt sofort auf und wirkt unsorgfältig.
Die häufigsten Fehler in APA-Tabellen
Diese Fehler sehe ich in Arbeiten immer wieder:
Statistische Symbole nicht kursiv oder fett gedruckt. M und SD etc. stehen kursiv, nicht fett.
Werte nicht zentriert. Die Zahlen stehen linksbündig und die Spalten wirken unruhig.
Überladene Anmerkungen. In der Anmerkung steht, was bereits aus der Tabelle, dem Titel oder dem Text hervorgeht. Das fällt besonders bei Tabellen auf, die mit Chatbots erstellt wurden. Die Anmerkung ist für Informationen gedacht, die man zum Verständnis der Tabelle braucht, etwa Abkürzungen.
Komma statt Punkt als Dezimaltrennzeichen. Streng nach APA steht ein Punkt.
Null vor dem Komma bei p und r. Korrekt ist p = .032, nicht p = 0.032.
Kopierte SPSS-Ausgaben oder Screenshots. Die Tabelle wird nicht formatiert, sondern eins zu eins übernommen.
Tabelle und Text doppeln sich. Jeder Kennwert aus der Tabelle wird im Text noch einmal genannt.
Weitere typische Fehler im Ergebnisteil findest du im Beitrag Die 12 häufigsten APA-7-Fehler im Ergebnisteil.
Wenn deine Hochschule von APA abweicht
Die Vorgaben deiner Hochschule oder deines Lehrstuhls haben immer Vorrang. Das betrifft häufig das Dezimaltrennzeichen, deutsche Beschriftungen wie „Anmerkung“ statt „Note“ oder abweichende Vorgaben zur Tabellennummerierung. Die meisten Hochschulen akzeptieren APA 7 bzw. verlangen es ausdrücklich. Im Zweifel fragst du bei deiner Betreuung nach, bevor du alle Tabellen formatierst.
Was in den Anhang gehört
Eine feste Regel gibt es nicht. Das hängt davon ab, wie viele Analysen du gerechnet hast, welche davon zentral für deine Fragestellung sind und wie ausführlich dein Ergebnisteil sein soll. Als Orientierung gilt: so wenige Tabellen wie möglich, so viele wie nötig.
In den Anhang können zum Beispiel passen:
Tabellen zur Voraussetzungsprüfung, wenn du viele Tests gerechnet hast
vollständige Ergebnisse explorativer Analysen, die du im Text nur kurz anreißt
ausführliche Zusatzauswertungen, die für deine Hypothesen nicht zentral sind
Im Ergebnisteil bleiben die Tabellen, die deine Hypothesen direkt beantworten.
Deine Tabellen prüfen lassen
Du möchtest sichergehen, dass dein Ergebnisteil APA-7-konform ist? Im statistischen Lektorat prüfe ich Zahlen, Formatierung und Tabellen deiner Arbeit und achte darauf, dass Text und Tabellen zusammenpassen.



