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Korrelation nach APA 7 berichten: Pearson, Spearman und die häufigsten Fehler

11. Okt.
4 Min. Lesezeit

Korrelationen gehören zu den Verfahren, die in Abschlussarbeiten am häufigsten vorkommen. Gerechnet sind sie schnell. Beim Berichten passieren trotzdem immer wieder dieselben Fehler und die fallen Betreuenden sofort auf.


Es lohnt sich deshalb, drei Dinge sauber zu klären, nämlich welche Korrelation du wann berichtest, welche Kennwerte dazugehören und welche Formulierungen du besser vermeidest.


Pearson oder Spearman?

In den meisten Arbeiten ist die Pearson-Korrelation das Standardverfahren. Sie setzt metrische Variablen und einen linearen Zusammenhang voraus und reagiert empfindlich auf Ausreißer. Was hinter dem Koeffizienten steckt, erklärt der Beitrag Was ist die Pearson-Korrelation?.


Auf die Spearman-Korrelation weichst du in zwei Fällen aus:

  • Die Daten sind ordinalskaliert. Das betrifft zum Beispiel Rangplätze oder einzelne Items, die du nicht als metrisch behandeln möchtest. Ob Likert-Items als metrisch gelten dürfen, diskutiert der Beitrag Darf man Likert-Daten mitteln?.

  • Die Voraussetzungen der Pearson-Korrelation sind deutlich verletzt. Das ist etwa bei stark schiefen Verteilungen oder auffälligen Ausreißern der Fall.


Welches Verfahren du gewählt hast und warum, gehört kurz in den Methodenteil. Die folgende Übersicht fasst die Entscheidung zusammen.


Situation

Verfahren

Symbol im Bericht

Zwei metrische Variablen, linearer Zusammenhang, keine starken Ausreißer

Pearson-Korrelation

r

Ordinale Daten oder deutlich verletzte Voraussetzungen

Spearman-Korrelation

rₛ

Zusammenhang unter Kontrolle einer dritten Variable

Partielle Korrelation

r mit Angabe der Kontrollvariable

Mehr als drei Korrelationen

Korrelationstabelle

Tabelle mit Verweis im Text


Welche Kennwerte du berichtest

Für eine Korrelation nennst du den Korrelationskoeffizienten, die Freiheitsgrade in Klammern und den p-Wert. Die Freiheitsgrade entsprechen der Stichprobengröße minus 2.


So könnte ein Ergebnissatz mit erfundenen Werten für eine Pearson-Korrelation mit 100 Personen aussehen:

Wahrgenommener Stress und Schlafqualität hingen negativ zusammen, r(98) = −.34, p < .001.

Für eine Spearman-Korrelation mit 47 Personen sähe der Satz mit erfundenen Werten so aus:

Die Zahl der Therapiesitzungen hing positiv mit der Zufriedenheit mit der Behandlung zusammen, rₛ(45) = .31, p = .034.

Zwei Formatdetails werden oft übersehen. Der Korrelationskoeffizient kann nicht größer als 1 werden und steht deshalb ohne führende Null. Außerdem wird das r kursiv gesetzt, der Index bei Spearman nicht. Weitere typische Formatfehler sammelt der Beitrag Die 12 häufigsten APA-7-Fehler im Ergebnisteil.


Text oder Tabelle?

Das hängt davon ab, wie viele Korrelationen du berichtest. Bei einer, zwei oder drei Korrelationen reicht der Fließtext. Sobald es mehr werden, ist eine Korrelationstabelle übersichtlicher. Wie du sie aufbaust, zeigt der Beitrag Korrelationstabelle nach APA 7 erstellen.


Steht alles in der Tabelle, wiederholst du im Text nicht jeden Wert. Du verweist auf die Tabelle und nennst nur die Korrelationen, die für deine Hypothesen entscheidend sind.


Du hast deine Korrelationen gerechnet und möchtest sichergehen, dass Text und Tabelle den Vorgaben entsprechen? Im statistischen Lektorat prüft StatistikWunder deinen Ergebnisteil nach APA 7, von den Kennwerten bis zur Formulierung.

Kausale Formulierungen vermeiden

Das ist der Fehler, der beim Berichten von Korrelationen am häufigsten vorkommt. Eine Korrelation zeigt, dass zwei Variablen gemeinsam variieren. Sie zeigt nicht, dass die eine die andere beeinflusst.


Formulierungen wie „Stress wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus“ oder „Je mehr Sport, desto weniger Stress, weil …“ unterstellen eine Wirkrichtung, die eine Korrelation nicht belegen kann. Besser sind neutrale Formulierungen wie „hing zusammen mit“ oder „ging einher mit“.


In der Diskussion darfst du natürlich über mögliche Erklärungen nachdenken. Im Ergebnisteil beschreibst du nur den Zusammenhang.


Nicht jede Korrelation nach Effektgröße einordnen

Ein Muster, das in letzter Zeit immer häufiger auffällt, sieht so aus. Jede einzelne Korrelation wird im Text ausdrücklich als „schwach“, „mittel“ oder „stark“ eingeordnet, oft sogar mit Verweis auf Cohen.


Das ist nicht falsch, aber in dieser Menge ungewöhnlich. Der Korrelationskoeffizient ist selbst schon die Effektgröße. Eine Einordnung lohnt sich bei den Zusammenhängen, die für deine Fragestellung zentral sind, und am besten in der Diskussion, wo du sie mit Ergebnissen anderer Studien vergleichst. Wenn dagegen hinter jeder Zahl eine Einordnung steht, liest sich der Ergebnisteil schnell schematisch. Mehr zu den Grenzwerten und ihren Grenzen findest du im Beitrag Welche Effektstärke gehört zu welchem Verfahren?.


Vorzeichen und Richtung richtig beschreiben

Ein negativer Koeffizient bedeutet nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt, sondern dass hohe Werte der einen Variable mit niedrigen Werten der anderen einhergehen. Prüf vor dem Schreiben, wie deine Variablen gepolt sind. Gerade bei Skalen, bei denen hohe Werte etwas Negatives bedeuten, etwa Belastung, wird die Richtung im Text schnell falsch beschrieben.


Häufige Fragen zur Korrelation nach APA 7

Nein, der Korrelationskoeffizient ist bereits die Effektstärke. Eine zusätzliche Angabe wie Cohens d ist nicht nötig. Auf Wunsch kannst du ein 95-%-Konfidenzintervall für r ergänzen, das APA 7 ausdrücklich empfiehlt.

Genauso vollständig wie eine signifikante, also mit Koeffizient, Freiheitsgraden und exaktem p-Wert. Formuliere, dass kein signifikanter Zusammenhang gefunden wurde, und nicht, dass kein Zusammenhang besteht. Hinweise zum weiteren Vorgehen gibt der Beitrag Ergebnisse nicht signifikant.

Nach APA 7 steht der Korrelationskoeffizient ohne führende Null, also r = .34, weil er nicht größer als 1 werden kann. Das gilt ebenso für p-Werte. Mittelwerte und Standardabweichungen behalten dagegen ihre führende Null.

Das ist zulässig, wenn du vorab eine gerichtete Hypothese formuliert hast. Gib im Methodenteil an, dass einseitig getestet wurde, und begründe es mit deiner Hypothese. Nachträglich auf einseitig zu wechseln, weil der zweiseitige Test knapp nicht signifikant ist, ist nicht zulässig.

Sobald du den Einfluss mehrerer Variablen gleichzeitig untersuchen oder für Störgrößen kontrollieren willst, ist eine Regression das passende Verfahren. Wie du deren Ergebnisse berichtest, zeigt der Beitrag Regression nach APA 7 berichten.


Korrelationen, die im Kolloquium standhalten Unser statistisches Lektorat prüft Korrelationstabelle und Ergebnisteil auf APA-7-Konformität und darauf, ob Pearson oder Spearman zu deinen Daten passt. Steht die Auswertung noch aus, übernehmen wir sie komplett.


 
 

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