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PRISMA-Flussdiagramm erstellen und die Zahlen nach PRISMA 2020 prüfen

vor 1 Tag
4 Min. Lesezeit

Du hast für deine Masterarbeit oder Dissertation 1284 Treffer aus drei Datenbanken gesammelt und am Ende 23 Studien eingeschlossen. Dazwischen liegen Schritte, die das PRISMA-Flussdiagramm sichtbar macht. Rechnest du später eine Metaanalyse, hängt auch die Sensitivitätsanalyse davon ab, welche Studien im Diagramm übrig bleiben.


Es gibt kein PRISMA 2026

Im August kursierte die Meldung, PRISMA sei mit neuen Checklistenpunkten aktualisiert worden. Der Blog, der sie verbreitet hatte, hat sie am 13. Oktober 2026 zurückgenommen. Aktuell bleibt PRISMA 2020 die gültige Fassung. Prüfe Neuigkeiten zu Leitlinien deshalb immer an der Originalquelle, bevor du deine Arbeit danach ausrichtest.


Auf der offiziellen Seite zum PRISMA-2020-Flussdiagramm stehen vier Vorlagen zur Auswahl. Sie unterscheiden sich danach, ob du ein neues Review schreibst oder ein bestehendes aktualisierst und ob du nur Datenbanken und Register durchsucht hast oder zusätzlich andere Quellen wie Literaturlisten. Zu den Registern gehören Studienregister wie ClinicalTrials.gov, in denen auch nicht veröffentlichte Studien verzeichnet sind.


Die drei Phasen des Diagramms

Das Diagramm folgt den Phasen Identifikation, Screening und Einschluss. Die Tabelle 1 zeigt, was in die einzelnen Kästen gehört:

Phase

Kasten

Was hinein gehört

Identifikation

Treffer aus Datenbanken und Registern

Zahl je Quelle, etwa getrennt nach PubMed und PsycINFO

Identifikation

vor dem Screening entfernt

Duplikate und aus anderen Gründen entfernte Treffer

Screening

gesichtete und ausgeschlossene Treffer

Sichtung von Titel und Abstract

Screening

gesuchte und nicht beschaffte Volltexte

Volltexte, die trotz Suche nicht verfügbar waren

Screening

geprüfte Volltexte und Ausschlüsse mit Gründen

jeder Ausschlussgrund mit eigener Zahl

Einschluss

Studien und zugehörige Berichte

Zahl der Studien und der Veröffentlichungen dazu


PRISMA 2020 unterscheidet zwischen Treffern, Berichten und Studien. Ein Treffer ist ein Eintrag aus einer Datenbank, ein Bericht ein Dokument wie ein Artikel oder ein Konferenzbeitrag. Eine Studie kann mehrere Berichte haben. Wer diese Begriffe vermischt, bekommt Zahlen, die nicht zueinander passen.


Du planst eine Metaanalyse auf Grundlage deines Reviews? Bei der statistischen Auswertung für Forschungsprojekte prüfen wir, ob Flussdiagramm, Einschlusskriterien und Effektgrößen zusammenpassen. Auf Wunsch rechnen wir die Metaanalyse und erklären dir jeden Schritt.

So gehen die Zahlen auf

So könnte das mit erfundenen Werten aussehen:

  • Identifikation. PubMed lieferte 612 Treffer, PsycINFO 431 und Web of Science 241, zusammen 1284. Davon wurden 318 Duplikate entfernt.

  • Sichtung von Titel und Abstract. Von 966 gesichteten Treffern wurden 874 ausgeschlossen. Für die übrigen 92 wurden Volltexte gesucht.

  • Volltexte. 4 Volltexte waren nicht zu beschaffen, 88 wurden geprüft. Ausgeschlossen wurden 65, davon 27 wegen einer anderen Population, 21 ohne Kontrollgruppe, 12 ohne den gesuchten Endpunkt und 5 mit unvollständigen Daten.

  • Einschluss. Übrig bleiben 23 Studien, die in 25 Berichten veröffentlicht wurden.


In jeder Phase ergibt sich die neue Zahl aus der vorherigen. Ausschlussgründe brauchst du erst auf der Ebene der Volltexte, dort aber vollständig. Ein Satz im Ergebnisteil fasst das Diagramm zusammen:

Die Suche ergab 1284 Treffer. Nach dem Entfernen von 318 Duplikaten wurden 966 Titel und Abstracts gesichtet und 88 Volltexte geprüft. Eingeschlossen wurden 23 Studien aus 25 Berichten (Abbildung 1).

Was zum Diagramm in den Methodenteil gehört

Das Diagramm zeigt den Ablauf, der Methodenteil erklärt ihn. Dazu gehören die durchsuchten Datenbanken mit dem Datum der letzten Suche, die vollständigen Suchstrings und die Ein- und Ausschlusskriterien. Ebenso beschreibst du, wie die Sichtung organisiert war und mit welchem Werkzeug du Duplikate entfernt hast. Wurde das Review vorab registriert, etwa bei PROSPERO, nennst du die Registrierungsnummer.


Häufige Fehler im PRISMA-Flussdiagramm

In Reviews von Studierenden und Promovierenden fallen vor allem diese Punkte auf:

  • Duplikate nicht ausgewiesen. Die Zahl nach dem Entfernen der Duplikate steht da, die Zahl der Duplikate selbst fehlt.

  • Ausschlussgründe ohne Summe. Die einzelnen Gründe ergeben zusammen nicht die Zahl der ausgeschlossenen Volltexte.

  • Andere Quellen vermischt. Treffer aus Literaturlisten oder Handsuche werden in die Datenbankzahlen gerechnet, obwohl die Vorlage dafür eine eigene Spalte hat.

  • Suchdatum fehlt. Ohne das Datum der letzten Suche lässt sich das Review nicht wiederholen.

  • Sichtung nicht beschrieben. Im Methodenteil fehlt, wie viele Personen unabhängig gesichtet haben und wie Unstimmigkeiten gelöst wurden.


Fragen von Gutachtern zum Diagramm beantwortest du am besten mit den Zahlen selbst, wie es der Beitrag Reviewer-Kommentare zur Statistik beantworten beschreibt. Für die Auswertung der eingeschlossenen Studien brauchst du außerdem vergleichbare Effektgrößen. Wie du sie aus Teststatistiken gewinnst, zeigt der Beitrag Effektstärke aus t, F oder χ² berechnen. Bei binären Endpunkten hilft der Vergleich von Odds Ratio und relativem Risiko.


Häufige Fragen zum PRISMA-Flussdiagramm

Für Scoping Reviews gibt es eine eigene Erweiterung mit dem Namen PRISMA-ScR. Das Flussdiagramm ist ähnlich aufgebaut. Welche Fassung erwartet wird, klärst du mit deiner Betreuung oder der Zielzeitschrift.

Die offiziellen Vorlagen liegen als Word-Dateien vor, die du direkt ausfüllen kannst. Laut der PRISMA-Seite gibt es außerdem eine Shiny-App, die das Diagramm aus deinen Zahlen erzeugt. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass die Zahlen aufgehen.

Nein, bei der Sichtung von Titeln und Abstracts reicht die Zahl der Ausschlüsse. Gründe brauchst du für jeden ausgeschlossenen Volltext.

Der Aufwand hängt von der Zahl der Studien, den Effektgrößen und dem Stand deiner Datenextraktion ab. Wovon die Kosten abhängen, erklärt der Beitrag Was kostet eine statistische Auswertung.

Das hängt von Hochschule und Zielzeitschrift ab. Viele Zeitschriften verlangen die ausgefüllte Checkliste bei der Einreichung. Wer sie der Arbeit beilegt, ist auf der sicheren Seite.


Metaanalyse planen und auswerten lassen Bei der statistischen Auswertung für Forschungsprojekte prüfen wir dein Flussdiagramm, stimmen mit dir die Effektgrößen ab und rechnen die Metaanalyse. Im Abschlussgespräch gehen wir die Ergebnisse gemeinsam durch, damit du sie selbst vertreten kannst.


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