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„Gehört in die Diskussion“, so trennst du Ergebnisteil und Diskussion

vor 7 Tagen
5 Min. Lesezeit

In unseren Lektoraten sind über tausend Kommentare zusammengekommen. Einer steht besonders oft am Rand, nämlich „Gehört in die Diskussion“. Der Ergebnisteil berichtet, was die Daten zeigen. Die Diskussion deutet es. Wie du die Kennwerte selbst korrekt aufschreibst, zeigt der Artikel zu den häufigsten APA-7-Fehlern im Ergebnisteil. Hier geht es um die Frage, welche Sätze überhaupt in den Ergebnisteil gehören.


Was in den Ergebnisteil gehört

Der Ergebnisteil beantwortet nur eine Frage, nämlich was bei der Auswertung herausgekommen ist. Er nennt die Zahlen in der Reihenfolge deiner Hypothesen. Ob die Ergebnisse mit einer Hypothese vereinbar sind, beurteilst du erst in der Diskussion. In den Ergebnisteil gehören:

  • Kennwerte und Teststatistik. Dazu zählen Mittelwerte und Standardabweichungen, der Test mit Freiheitsgraden und der exakte p-Wert.

  • Effektstärke und Konfidenzintervall. Sie zeigen, wie groß ein Unterschied ist und wie genau er geschätzt wurde. Wie du das Intervall angibst, steht im Artikel zum Konfidenzintervall nach APA.

  • Die Richtung des Ergebnisses. Ein kurzer Satz hält fest, welche Gruppe höhere oder niedrigere Werte hatte.


Gründe für ein Ergebnis, die Einordnung im Hinblick auf deine Hypothesen, Vergleiche mit anderen Studien, Bewertungen und Folgerungen für die Praxis gehören dagegen nicht hinein. Sie sind der Stoff der Diskussion. Die drei Satzpaare in den nächsten Abschnitten zeigen, wo diese Grenze in Entwürfen am häufigsten überschritten wird.


Erstes Satzpaar mit eingebauter Deutung

So oder ähnlich steht es in vielen Entwürfen. Das Beispiel ist erfunden, die Werte sind rechnerisch stimmig.


„Die Gruppe mit Achtsamkeitstraining war deutlich weniger gestresst als die Kontrollgruppe, was zeigt, dass das Training wirkt, t(58) = 2.41, p = .019.“


Der Satz mischt zwei Dinge. „Deutlich weniger gestresst“ ist eine Bewertung. „Was zeigt, dass das Training wirkt“ ist eine Schlussfolgerung über Ursachen. Beides gehört in die Diskussion. Außerdem fehlen die Mittelwerte und die Effektstärke, ohne die niemand einschätzen kann, wie groß der Unterschied ist. In den Ergebnisteil passt diese Fassung mit erfundenen Werten:

Die Gruppe mit Achtsamkeitstraining berichtete weniger Stress (M = 2.84, SD = 0.74) als die Kontrollgruppe (M = 3.30, SD = 0.74), t(58) = 2.41, p = .019, d = 0.62.

Vor diesem Satz liegt eine Entscheidung, die man ihm nicht ansieht, nämlich welche Kennwerte für deine Hypothese zählen und welche in den Anhang gehören. Im eigenen Text ist die Grenze zwischen Bericht und Deutung außerdem schwerer zu sehen als in einem fremden Beispiel. Wenn du sichergehen willst, kannst du deinen Ergebnisteil prüfen lassen, bevor du mit der Diskussion beginnst.


Zweites Satzpaar mit Literaturvergleich

Ein zweiter Klassiker ist der Blick in die Literatur mitten im Ergebnisteil. Mit erfundenen Werten sieht das so aus:


„Der Effekt war mit d = 0.62 mittelgroß und lag damit im Bereich früherer Studien zu Achtsamkeitstrainings (Autorin, Jahr).“


Der erste Teil des Satzes ist in Ordnung, solange du die Einordnung als mittelgroß an einer anerkannten Konvention festmachst. Welche Grenzwerte zu welchem Maß gehören, steht im Artikel zur Wahl der passenden Effektstärke. Der Vergleich mit früheren Studien ist dagegen Deutung. Im Ergebnisteil endet der Satz deshalb nach der Effektstärke. In der Diskussion steht dann, dass der Effekt im Bereich früherer Befunde liegt und was das für deine Fragestellung bedeutet.


Ein kleiner Effekt braucht dieselbe Behandlung. Ob er praktisch bedeutsam ist, entscheidest du erst in der Diskussion. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Artikel zu signifikanten, aber kleinen Effekten.


Du bist bei deinen eigenen Sätzen unsicher, wo die Grenze verläuft? Im statistischen Lektorat markieren wir jede Stelle mit Deutung im Ergebnisteil und erklären dir, wohin sie gehört.

Drittes Satzpaar mit „Hypothese bestätigt“

Der dritte Fall betrifft ein einziges Wort. „Die Hypothese wurde bestätigt“ klingt nach einem endgültigen Beweis. Ein signifikanter Test zeigt aber nur, dass die beobachteten Daten unter der Nullhypothese unwahrscheinlich wären. Das ist eine Aussage über die Daten und kein Beweis für die Theorie. Was der p-Wert genau aussagt, steht im Artikel zum p-Wert nach APA.


Im Ergebnisteil steht zur Hypothese noch keine Aussage. Dort berichtest du nur die Kennwerte. Erst in der Diskussion ordnest du ein, ob die Ergebnisse mit deiner Hypothese vereinbar sind, etwa mit dem Satz „Die Ergebnisse sind mit Hypothese 1 vereinbar“. Bei einem nicht signifikanten Ergebnis heißt es entsprechend „Die Ergebnisse sind mit Hypothese 2 nicht vereinbar“. Das Wort bestätigt lässt du auch in der Diskussion besser weg, weil eine einzelne Studie eine Theorie nicht bestätigen kann. Manche Betreuende sehen das lockerer. Wer vorsichtig formuliert, ist auf der sicheren Seite.


Die drei Satzpaare im Überblick

Die Tabelle 1 fasst die drei Fälle zusammen. In der mittleren Spalte steht die typische Fassung aus Entwürfen, rechts die bessere Fassung und wohin sie gehört.


Fall

So steht es oft da

So geht es besser

Deutung im Ergebnissatz

„… deutlich weniger gestresst, was zeigt, dass das Training wirkt“

Mittelwerte, Teststatistik, d im Ergebnisteil, die Deutung in der Diskussion

Literaturvergleich

„… im Bereich früherer Studien“

Effektstärke im Ergebnisteil, der Vergleich folgt in der Diskussion

Wortwahl

„Die Hypothese wurde bestätigt“

„Die Ergebnisse sind mit Hypothese 1 vereinbar“, erst in der Diskussion


Wohin nicht signifikante Ergebnisse gehören

Nicht signifikante Ergebnisse gehören genauso vollständig in den Ergebnisteil wie signifikante, also mit Kennwerten, Teststatistik und Effektstärke. Erst in der Diskussion fragst du, woran es gelegen haben könnte, etwa an der Stichprobengröße oder an der Messung. Der Artikel Ergebnisse nicht signifikant zeigt, wie du dabei weiterarbeitest.


Was die Diskussion mit den Ergebnissen macht

Die Diskussion nimmt die Ergebnisse auf und beantwortet, was sie bedeuten. Hier ordnest du ein, ob sie mit deinen Hypothesen vereinbar sind. Außerdem vergleicht die Diskussion mit der Literatur, nennt Grenzen der eigenen Studie und leitet Folgerungen ab. Neue Kennwerte tauchen dort nicht mehr auf. Steht in deiner Diskussion ein p-Wert, der im Ergebnisteil fehlt, gehört er nach vorn. Eine ähnliche Grenze gibt es zum Methodenteil, der dein eigenes Vorgehen beschreibt und kein Lehrbuchwissen. Was dort hineingehört, steht im Artikel zur Statistik im Methodenteil.


Was Studierende zu Ergebnisteil und Diskussion oft fragen

Ein kurzer Satz, der die Richtung eines Ergebnisses in Worte fasst, ist üblich, etwa dass eine Gruppe höhere Werte hatte. Warum das so ist und was es bedeutet, gehört in die Diskussion. Manche Prüfungsordnungen sehen einen gemeinsamen Teil „Ergebnisse und Diskussion“ vor. Das hängt von Hochschule und Betreuung ab.

Tabellen mit den Kennwerten für deine Hypothesen gehören in den Ergebnisteil, jeweils mit Nummer, Titel und einem Satz davor. Lange Zusatzauswertungen kommen in den Anhang. Wie eine Tabelle nach APA 7 aufgebaut ist, zeigt der Artikel zu APA-Tabellen.

Ja, viele lassen gezielt diese beiden Kapitel prüfen, weil dort die meisten statistischen Fragen zusammenkommen. Der Aufwand hängt davon ab, wie viele Hypothesen und Analysen du berichtest. Womit du rechnen kannst, erklärt der Artikel was eine statistische Auswertung kostet.

Für Konventionen ja, etwa wenn du einen Effekt nach den Grenzwerten von Cohen als mittelgroß einordnest. Inhaltliche Vergleiche mit anderen Studien gehören in die Diskussion. So bleibt der Ergebnisteil eine Darstellung deiner eigenen Daten.

Explorative Befunde kannst du in einem eigenen, klar gekennzeichneten Abschnitt des Ergebnisteils berichten. Dort nennst du sie ausdrücklich explorativ und verzichtest auf Schlüsse. Ob sie in der Diskussion eine Rolle spielen, entscheidest du danach.


Ergebnisteil und Diskussion mit Gutachterblick prüfen lassen Viele Gutachtende schlagen zuerst den Ergebnisteil auf und prüfen, ob Zahlen und Aussagen zusammenpassen. Im statistischen Lektorat lesen wir Ergebnisteil und Diskussion mit genau diesem Blick und erklären dir jede Anmerkung. Willst du lieber selbst lernen, die Grenze sicher zu ziehen, ist das 1:1-Coaching die passende Wahl.


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