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JASP rechnet seit Version 0.98 auf Zuruf, drei Dinge prüfst du danach selbst

vor 3 Tagen
4 Min. Lesezeit

Seit Version 0.98 vom 1. Juli 2026 startet JASP Analysen, wenn du im Chatfenster danach fragst. Das spart Klicks, die Verantwortung für das Ergebnis bleibt aber bei dir. Wie man eine KI-Auswertung grundsätzlich gegenprüft, zeigt der Artikel zur Prüfung von ChatGPT-Auswertungen. Hier geht es um die Neuerungen in JASP und um drei Prüfschritte, die du nach jeder Anfrage machen solltest.


Was JASP AI laut Versionshinweisen kann

Nach den Versionshinweisen von JASP ist JASP AI ein Assistent, mit dem du das Programm in natürlicher Sprache bedienst. Du kannst Fragen stellen, Analysen anlegen und starten, Ergebnisse ansehen und Berichte erzeugen lassen. Der Assistent spricht mit jeder Schnittstelle, die mit der von OpenAI kompatibel ist. Als Beispiele nennen die Hinweise OpenAI, Anthropic, Mistral, OpenRouter und lokale Modelle auf dem eigenen Rechner. Die aktuelle Version 0.98.8 vom 11. Oktober 2026 behebt unter anderem einen Absturz bei fehlerhaften Eingaben an den Assistenten.


Neu ist damit vor allem der Weg zur Analyse. Die Rechnung selbst erledigt weiterhin JASP. Welche Analyse gerechnet wird, entscheidet aber der Assistent auf Grundlage deiner Frage. Genau dort entstehen die Fehler.


Welche Daten das Programm verlassen können

Trägst du einen Anbieter in der Cloud ein, gehen deine Anfragen an diesen Anbieter. Welche Inhalte dabei genau übertragen werden, etwa Variablennamen oder Teile der Ergebnisse, beschreiben die Versionshinweise nicht. Bei Daten aus Kliniken oder Befragungen mit sensiblen Angaben klärst du deshalb vorher mit Betreuung und Datenschutzbeauftragten, ob die Nutzung erlaubt ist. Ein lokales Modell ist eine Möglichkeit, die die Versionshinweise ausdrücklich vorsehen.


Du hast mit JASP AI oder einem anderen Assistenten gerechnet und willst wissen, ob du den Ergebnissen trauen kannst? Wir prüfen deine bestehende Auswertung und zeigen dir, wo nachgebessert werden muss.

Drei Prüfschritte an einem erfundenen Beispiel

Angenommen, du hast die Konzentration von 40 Personen vor und nach einem Training gemessen. Du fragst den Assistenten, ob sich die Konzentration verbessert hat. Er rechnet einen t-Test für unabhängige Stichproben und meldet t(78) = 2.02, p = .047. Der erzeugte Bericht schreibt, das Training habe die Konzentration nachweislich verbessert. Alle Werte sind erfunden.


  1. Passt das Verfahren zum Design? Dieselben Personen wurden zweimal gemessen. Dafür ist der abhängige t-Test richtig, nicht der für unabhängige Stichproben. Welcher Test zu welchem Design gehört, erklärt der Artikel welcher t-Test passt.

  2. Stimmen N und Freiheitsgrade? Bei 40 Personen hat der abhängige t-Test 39 Freiheitsgrade. Die 78 in der Ausgabe verraten, dass das Programm 80 unabhängige Personen angenommen hat. Wie du solche Unstimmigkeiten erkennst, zeigt der Artikel zu Freiheitsgraden.

  3. Ist die Deutung vorsichtig genug? Ohne Kontrollgruppe kann die Studie nicht zeigen, dass das Training die Ursache ist. Statt „nachweislich verbessert“ passt eine Formulierung, die eine Veränderung beschreibt. Was ein p-Wert aussagt und was nicht, steht im Artikel zum p-Wert nach APA.


Mit dem richtigen Test sieht der Bericht mit den erfundenen Werten so aus:

Die Konzentrationswerte waren nach dem Training höher (M = 24.60, SD = 4.10) als davor (M = 22.70, SD = 4.30), t(39) = 3.35, p = .002, dz = 0.53.

Ob der richtige Test gewählt wurde, siehst du dem fertigen Satz nicht an. Genau diese Entscheidung nimmt dir auch ein Assistent nicht ab. Wenn du unsicher bist, kannst du deine Auswertung prüfen lassen, bevor sie in den Ergebnisteil kommt.


Was in den Methodenteil gehört

Ob und wie du KI-Werkzeuge angeben musst, regelt deine Hochschule. An der Universität Erfurt legen zum Beispiel die Lehrenden mit einer KI-Freigabeerklärung für jede Veranstaltung oder Prüfung fest, was erlaubt ist. Ab dem Wintersemester 2026/27 soll dort nur noch diese neue Fassung gelten. Unabhängig von der Hochschule sind diese Angaben sinnvoll:

  • Werkzeug mit Version. Zum Beispiel JASP 0.98.8 mit dem Assistenten und dem genutzten Sprachmodell.

  • Zweck. Etwa das Anlegen der Analysen oder das Erstellen eines ersten Berichts.

  • Eigene Prüfung. Ein Satz, dass Verfahren, Kennwerte und Formulierungen selbst geprüft wurden.


Wie Software korrekt angegeben wird, zeigt der Artikel Software zitieren nach APA 7. Was sonst in den Methodenteil gehört, steht im Artikel zur Statistik im Methodenteil.


Auch Google prüft jetzt Manuskripte

Am 14. Oktober 2026 hat Google das Werkzeug Deep Review veröffentlicht. Laut einem Bericht von R&D World markiert es mathematische Fehler, logische Lücken und unbelegte Behauptungen in Dokumenten. Zwei Prüfungen pro Woche sind kostenlos, hochgeladene Dateien werden ein Jahr lang gespeichert. In Tests hat das Werkzeug auch korrekte Argumente beanstandet. Ob du deine Arbeit dort hochladen darfst, klärst du vorher mit deiner Betreuung. Ein Hinweis aus einem solchen Werkzeug ersetzt die eigene Prüfung von Test, Fallzahl und Freiheitsgraden nicht.


Noch offene Fragen zu JASP AI

Das regelt deine Hochschule oder die einzelne Prüfung. Viele Hochschulen verlangen eine Angabe zu KI-Werkzeugen, die Form unterscheidet sich aber. Frag im Zweifel bei deiner Betreuung nach, bevor du abgibst.

Ja, Auswertungen übernehmen wir auf Wunsch auch in JASP. So bekommst du eine Datei, die du selbst öffnen und nachvollziehen kannst.

Das hängt davon ab, wie viele Analysen geprüft werden und ob einzelne neu gerechnet werden müssen. Eine Orientierung gibt der Artikel was eine statistische Auswertung kostet.

KI-Detektoren prüfen Texte und keine Rechenwege. Ihre Treffer sind außerdem unsicherer, als viele denken. Warum ein auffälliger Wert noch nichts beweist, zeigt der Artikel zur Basisrate bei KI-Detektoren. Entscheidend ist, dass du offenlegst, was deine Hochschule verlangt.


JASP-Ergebnisse vor der Abgabe prüfen lassen Du schickst uns deine JASP-Datei und die Fragestellung. Wir prüfen, ob die Verfahren zum Design passen und ob die berichteten Zahlen stimmen. Danach bekommst du eine Liste der Stellen mit Änderungsbedarf. Zu jeder Stelle gibt es eine kurze Erklärung. Mehr dazu steht auf unserer Seite zur Statistik-Hilfe für Studierende und Promovierende.


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